Mutter und Tochter sitzen am Laptop

Über Computernutzung sprechen – aber wie?

Eltern sollten Kinder und Jugendliche dabei unterstützen, digitale Medien (risiko)bewusst und verantwortungsvoll zu nutzen. Mütter und Väter sind dabei einerseits Vorbild, was die eigene Mediennutzung angeht. Andererseits sollten Eltern für ihre Kinder bei Fragen und Problemen vertrauensvolle Ansprechpartner sein.

Herausforderung Pubertät

Viele Eltern von Jugendlichen sind besorgt und verunsichert hinsichtlich der Mediennutzung ihrer Kinder. Der Spagat, eine selbstbestimmte Nutzung zu unterstützen und sie gleichzeitig vor exzessivem Gebrauch zu schützen, ist nicht einfach. Für Eltern, vor allem in der ohnehin oft problematischen Zeit der Pubertät, ist er eine besondere Herausforderung. Pubertierende erleben umfassende körperliche und psychische Veränderungen. Sie erwarten, dass ihre Eltern sie nun wie Erwachsene wahrnehmen und behandeln. Jugendliche wollen unabhängig von ihren Eltern sein, sie streben nach Selbstbestimmung und Eigenständigkeit. Die vielfältigen Anforderungen durch Schule und Elternhaus – wie beispielsweise Leistungen erbringen, an die Zukunft denken – passen häufig nicht so recht zu dem, was Jugendlichen in dieser Zeit wichtig ist – z. B. soziale Anerkennung von Gleichaltrigen oder die erste Liebe. Heranwachsende orientieren sich stärker nach außen und öffnen sich so neuen Einflüssen, die von Eltern nicht immer akzeptiert werden.

Miteinander reden – Ansätze für zu Hause

Jugendliche können sich zu selbstbewussten und gesunden Erwachsenen entwickeln, wenn ihre Eltern über ihre Aktivitäten und Kontakte informiert sind und ihnen gleichzeitig Gestaltungsspielräume zugestanden werden. Dafür müssen Jugendliche und Eltern miteinander reden. Da dies – gerade in der Pubertät – nicht immer so einfach ist, finden Sie hier einige konkrete Vorschläge, wie Sie ein solches Gespräch in Bezug auf Computer und Internet gestalten können.

Ihr Interesse zeigen:

Auch wenn Sie die große Faszination für Computer und Internet bei sich selbst vielleicht nicht verspüren, sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass Ihrem Kind das Thema wichtig ist. Wenn Sie Interesse für die Begeisterung der Jugendlichen für die Computerwelt zeigen, führt dies in der Regel zu einem guten Gespräch. Ihr Kind fühlt sich ernst genommen und öffnet sich.

  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, was es an den Spielen bzw. den Internetangeboten gut findet und wie auch seine Freunde diese Sachen finden. Lassen Sie sich erklären, warum es für Ihr Kind so wichtig ist, diese Medien zu nutzen. Interessieren Sie sich dafür, welche Spiele ihr Kind spielt und tauchen Sie vielleicht einmal selbst in die virtuelle Welt mit ein, damit Sie sehen, worum es geht.

Gemeinsame Zeit finden:

Am Miteinander zwischen Eltern und ihren pubertierenden Kindern lässt sich oft die Qualität der Beziehung ablesen: Handelt es sich eher um eine oberflächliche Kommunikation? Wissen alle, was die anderen Familienmitglieder gerade beschäftigt? Finden Gespräche nur flüchtig statt oder gibt es intensivere Begegnungen und gemeinsamen Austausch?

  • Für einen vertrauensvollen Umgang ist es unter anderem wichtig, dass Sie sich füreinander Zeit nehmen. Gemeinsame Gewohnheiten, z. B. eine gemeinsame Mahlzeit am Tag ohne Fernseher oder Telefon oder eine regelmäßige Wochenendaktion, geben allen Familienmitgliedern die Möglichkeit, sich auszutauschen und in Kontakt zu bleiben.

Ihr Unwissen zugeben:

Falls Sie selbst wenig Interesse oder Kenntnisse an Computerspielen oder Internet haben: Erzählen Sie Ihrem Kind, wie Sie das Thema Computer und Internet sehen. Dabei können Sie ruhig Ihre eigene Haltung klar darstellen, z. B. wenn Sie unsicher sind, was die Nutzung des Internets betrifft. Oder dass Sie befürchten, etwas falsch machen zu machen oder alles zu löschen, wenn Sie auf eine falsche Taste drücken.

  • Gestehen Sie Ihrem Kind zu, dass es auf dem Gebiet der Computer- und Internetnutzung möglicherweise mehr Ahnung hat als Sie selbst. Das schafft eine positive und anerkennende Grundstimmung und ermöglicht einen gegenseitigen Austausch.

Ihre Position klarstellen:

Falls Sie selbst im Umgang mit Computern und dem Internet „fit“ sind: Machen Sie Ihrem Sohn oder Ihrer Tochter Ihre Haltung klar und geben Sie ihm oder ihr so die Möglichkeit, sich an Ihren Einstellungen zum Computer- und Internetgebrauch zu orientieren.

Wenn Sie z. B. der Meinung sind, dass auf Ihrem Computer zuhause bestimmte Internetbereiche für Jugendliche durch ein Schutzprogramm gesperrt werden sollten oder dass Jugendliche vorsichtig sein müssen mit der Preisgabe persönlicher Daten, sollten Sie das miteinander besprechen. Auch gegensätzliche Ansichten können einmal bestehen bleiben.

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