Mädchen und Junge sitzen mit Smartphones auf einer Treppe

Digitale Jugendkultur

Digitale Medien sind ständige Begleiter im Alltag von Jugendlichen: Ob SMS- oder WhatsApp-Nachrichten schreiben, sich nach der Schule über soziale Netzwerke mit Mitschülerinnen und Mitschülern austauschen, Online-Rollenspiele spielen, Videoportale nach neuesten Clips durchsuchen oder ganze Filme im Internet anschauen – für Jugendliche sind das vollkommen alltägliche Freizeitbeschäftigungen.

Freizeitgestaltung: Zunehmend digitalisiert

Die digitale Freizeitgestaltung mit vielen verschiedenen Medien ist deshalb längst ein fester Bestandteil der heutigen Jugendkultur. Dabei nehmen die Anwendungsmöglichkeiten im Bereich digitaler Medien stetig zu: Internetflatrates sind heutzutage die Regel. Zahlreiche Computerspiele, ob über PC oder Konsole, lassen sich auch oder nur online spielen, vernetzt mit Spielern in der ganzen Welt. Ein Großteil der Kommunikation verlagert sich in soziale Netzwerke und Communities. Mit der Ausbreitung des mobilen Internets via Smartphones und Tablets hat die Vernetzung eine nächste Stufe erreicht, Internetnutzerinnen und  nutzer sind nicht mehr an einen festen Ort gebunden.

Die Beliebtheit digitaler Medien bei Kindern und Jugendlichen zeigen die Nutzungszahlen: Laut der jährlich veröffentlichten JIM-Studie nutzen durchschnittlich vier von fünf Jugendlichen (81 %) zwischen 12 und 19 Jahren in ihrer Freizeit täglich das Handy oder Smartphone sowie drei Viertel (73 %) täglich das Internet. Bei den Kindern zwischen 6 und 13 Jahren ist laut KIM-Studie bereits fast ein Viertel (22 %) täglich online, knapp ein Drittel (30 %) immerhin mehrmals pro Woche. Auch das Ausmaß der Nutzung ist inzwischen beachtlich: Jugendliche verbringen heute täglich 179 Minuten im Internet – das sind drei Stunden.

Auch kommuniziert wird virtuell

Für die meisten Jungen und Mädchen stellt das Internet dabei einen wesentlichen Kommunikationskanal dar, um Kontakte zu ihrem echten und/oder virtuellen Freundeskreis zu pflegen. Knapp die Hälfte ihrer Nutzungszeiten (45 %) nutzen Jugendliche zum Kommunizieren, sei es in sozialen Netzwerken, Chats oder über E-Mails. Vor allem die Nutzung sozialer Netzwerke hat sich in den vergangenen Jahren deutlich erhöht. Angebote wie Facebook, die Fotoplattform Instagram oder der Messaging-Dienst Snapchat erscheinen wie gemacht für Jugendliche und erfüllen gezielt ihre Bedürfnisse: Selbstdarstellung, Identitätsfindung, Action-Erlebnisse und Kommunikation ohne Grenzen mit virtuellen oder realen Freunden.

Für sich genommen sind Internet oder Computerspiele nicht nur positiv oder negativ zu bewerten. In Schule und Beruf wird einerseits erwartet, kompetent mit Computer und Internet umzugehen. In vielen Berufen zählen Computerkenntnisse zur Schlüsselqualifikation, ohne die nichts mehr geht. Daneben aber wachsen Jugendliche mit dem Bewusstsein grenzenloser Kommunikationsmöglichkeiten auf. Viele fühlen sich unvollständig, wenn sie etwa ihr Handy vergessen oder keine Möglichkeit haben, das Internet zu nutzen. Durch mobile Geräte wie Smartphones und dazugehörige Internetflatrates wird das Maß an Erreichbarkeit und ständiger Internetnutzung massiv verstärkt. Gleichzeitig wird es dadurch möglich, fast überall die Realität zu verlassen und z. B. im Bus oder in der Schulpause in eine virtuelle Welt einzutauchen, entweder in Form von Computerspielen oder innerhalb sozialer Netzwerke. Wenn hier adäquate Mechanismen fehlen, die eine kompetente und selbstkritische Mediennutzung ermöglichen, kann der Grundstein für eine mögliche Abhängigkeit gelegt werden.

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Quellen:
JIM-Studie 2013
KIM-Studie 2012

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