Abhörgerät auf Laptoptastatur

Warum Suchtprävention? – frühzeitige Hilfe gegen „Computersucht“

In den vergangenen 20 Jahren haben Computer und das Internet unsere Gesellschaft zunehmend verändert. Zahlreiche Studien der letzten Jahre konnten belegen, dass die Beschäftigung mit elektronischen Medien einen immer größeren Anteil an der Freizeitgestaltung junger Menschen einnimmt. So besitzt bereits die Hälfte der Kinder zwischen 6 und 13 Jahren ein eigenes Handy, bei den Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren sind es fast 100 Prozent, drei Viertel davon als internetfähiges Smartphone. Die große Masse der Jugendlichen (88 %) verfügt zudem über einen eigenen Internetzugang.

Symptome einer „Computersucht“?

In Anbetracht dieser Zahlen ist es nicht verwunderlich, dass für Jugendliche das Internet ein fester Bestandteil ihres Alltags geworden ist. Die Sorge vieler Erwachsener, dass um den Computer eine Art von Sucht aufgebaut wird, ist berechtigt. Laut JIM-Studie verbringen die 12- bis 19-Jährigen durchschnittlich täglich 179 Minuten im Internet. Von besonderer Attraktivität sind dabei unterschiedliche Formen der Kommunikation (45 %) und das Spielen von Online-Spielen (17 %). Beim Kommunizieren sind es vor allem Online-Communities und soziale Netzwerke (75 %), aber auch E-Mails (48 %) und Chaträume (33 %), welche die Jugendlichen nutzen. Zu den beliebtesten Tätigkeiten im Internet gehört vor allem die Nutzung von Videoportalen (74 %), aber auch das „einfach so drauf los Surfen“ (47 %).

Jede Mediennutzung kann auch zu problematischen Entwicklungen, insbesondere unter Kindern und Jugendlichen, führen – wenn aus „normaler“ Mediennutzung exzessives Verhalten wird. Vor diesem Hintergrund ist es von hoher Bedeutung, Maßnahmen der Frühintervention in die Wege zu leiten, die einen selbstkritischen Umgang mit Computern und dem Internet fördern. So werden eine kritische Selbsteinschätzung und ggf. eine Änderung des Nutzungsverhaltens angeregt, damit Symptome einer möglichen „Computersucht“ gar nicht erst auftreten.

Quellen:
Feierabend & Klingler, 2001; Feierabend & Klingler, 2002; Zinnecker et al., 2002; Van Eimeren & Frees, 2008; Van Eimeren & Frees, 2010; Medienpädagogischer Forschungsverbund, 2010
Eimeren & Frees, 2011.
JIM-Studie 2013
KIM-Studie 2012

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