Junge und Mädchen am Overheadprojektor

Der „Peer“-Ansatz

Im Zusammenhang mit der Prävention von exzessivem Computerspiel- und Internetgebrauch setzt Ins-Netz-gehen.de in seiner praktischen Präventionsarbeit vor Ort auf den innovativen „Peer“-Ansatz. Das heißt, es kommen nicht nur Personen zum Einsatz, die vom Alter her nah an der Zielgruppe sind, sondern sie gehen auch direkt dorthin, wo Kinder und Jugendliche sind – in die Schulen. Schulen eignen sich besonders als Orte für Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung, da Kindern und Jugendliche dort – alters- und milieuübergreifend – nahezu vollzählig erreicht werden können. Die gleichaltrigen jungen Menschen werden als „Peer Group“ bezeichnet. Die „Net-Piloten“, hier vorrangig Schülerinnen und Schüler zwischen 16 und 18 Jahren, dienen dabei als Vorbilder für Mitschülerinnen und Mitschüler ab der Jahrgangstufe 6. Die Net-Piloten können sensibel auf die Gefahren der Computernutzung und die Sorgen der Eltern hinweisen, gleichzeitig aber bei exzessiver Computerspiel- und Internetnutzung auch Anleitungen zur Verhaltensregulation geben.

Logo des Peer-Programms "Net-Piloten - Durchklick mit Durchblick".

Der Ansatz der „Peer Education“ basiert darauf, dass „die Gleichen“ (engl. Peers) einander positiv beeinflussen und so zur Aufklärung und Erziehung beitragen. Die Gruppe der Gleichaltrigen fungiert für Jugendliche als eine zentrale Bezugsgruppe und stellt real und virtuell eine Orientierungshilfe für anstehende Entwicklungsprozesse dar. Die Initiative hat außerdem den Vorteil, dass Kinder und Jugendliche Werte, Normen und Verhaltensweisen leichter von gleichrangigen Mitschülerinnen und -schülern annehmen als von Erwachsenen. Gerade im Jugendalter prägen Gleichaltrige stark den eigenen Lebensstil und die eigenen Verhaltensweisen. Sie sprechen die gleiche „Sprache“, kennen dieselben Probleme und Lebenswelten. Die größere soziale Nähe, die Jugendliche untereinander herstellen können, ist somit eine günstige Voraussetzung zur Initiierung sozialer Lernprozesse.

Ein weiterer Vorteil der „Peer Education“ ist die Möglichkeit, dem Informationsbedürfnis junger Menschen verschiedener Herkunft gerecht zu werden. Dies scheint besonders im Bereich der Prävention von exzessiver Computerspiel- und Internetnutzung sinnvoll. Die derzeitige Elterngeneration hat angesichts der sich schnell verändernden digitalen Welt teilweise immer noch ein stark abweichendes Nutzungsverhalten von Computern und Internet im Vergleich zu ihren Kindern. Für die Faszination, die für Kinder und Jugendliche von diesen Medien ausgeht, gibt es oft wenig Verständnis. Dabei wachsen Kinder heute mit Computern und dem Internet auf und lassen sich von ihren Eltern, die häufig mit Vorurteilen und Ängsten zum Thema Computer und Internet behaftet sind, nur wenig sagen.

Quellen:
Backes & Schönbach, 2001
Prensky, 2001
BZgA, 2013

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